Nasenarbeit 2016-11-01T20:41:40+00:00

Der Geruchssinn des Hundes

Der Mensch verfügt über 5 Millionen Riechzellen, Hunde über bis zu 225 Millionen.
Die Anzahl der Riechzellen allein ist aber noch nicht ausschlaggebend zur Beurteilung der Riechleistung.
Hunde sind in der Lage, durch sehr kurze Atemzüge ( etwa 300 Mal pro Minute ) für einen ständigen Austausch der Riechpartikel zu sorgen. Deshalb ist für die Riechleistung auch die Länge der Hundeschnauze ausschlaggebend, da die Durchstromzeit und Luftmenge bei längeren Gesichtern deutlich höher liegt.
Die Nase des Hundes kann rechts und links unterscheiden. Dadurch erkennt der Hund die Richtung.

Die Daten werden sofort vom sogenannten Riechhirn verarbeitet, welches beim Hund ca. 10% des Gehirns ausmacht (Mensch 1% ).
Über das Jacobsonsche Organ im Gaumen des Hundes werden Gerüche verarbeitet, die der Hormonbildung dienen und Gefühle und Triebverhalten steuern. Bei diesen Geruchsstoffen reagiert der Hund mit Lautäußerungen, Zähneklappern oder Speichelfluss.
So haben Studien ergeben, dass ein Hund etwa 1 Million mal besser riecht als der Mensch.

Was riecht der Hund

Ein Hund reagiert überwiegend auf Fettsäuren, Bestandteil der meisten Beutetiere. So nimmt er 1mg Buttersäure noch in 1 Milliarde cm3 Luft wahr!

Training des Geruchssinns

Der Mensch nutzt den besonderen Geruchssinn des Hundes für viele Zwecke.
Je nach Training lernt der Hund zu unterscheiden, auf welche Gerüche er sich konzentrieren soll.

Fährtenarbeit

Bei der Fährtenarbeit soll er den Bodenverletzungen folgen, also mit tiefer Nase Gerüche erarbeiten, die durch zertretene Pflanzen und Kleinstlebewesen entstehen.
Diese mechanischen Spuren sind für den Hund nicht eindeutig, wenn sie z.B.von anderen Spuren häufig gekreuzt werden.

Mantrailing

Im Gegensatz dazu verfolgt der Hund beim Mantrailing den Individualgeruch der Zielperson, der so einzigartig ist wie ein Fingerabdruck. Dieser Geruch kann z.B. durch Wind verwirbelt werden, so dass der Hund die Spur manchmal abweichend neben der gelaufenen Spur verfolgt und auch nicht die Nase am Boden lässt. Dadurch ist er jedoch befähigt, auch Spuren auf Asphaltstraßen auszumachen. Gut ausgebildete Spürhunde können selbst nach Tagen eine soche Spur noch eindeutig verfolgen.
Nasenarbeit ist Fleißarbeit, denn das Hundegehirn muss lernen, auf welche Duftstoffe es ankommt.
So werden auch Hunde ausgebildet, die über die Atemluft der Personen fähig sind, Lungen- oder Brustkrebs anzuzeigen. Die Erfolgsquote liegt bei ca. 90%, viel höher als alle anderen Diagnosemöglichkeiten.
In der Forst sind Hunde zum Erschnüffeln von Borkenkäfern im Einsatz.
Auf Schimmelpilze sensibilisierte Hunde zeigen Pilzbefall in Gebäuden an.

Einsatz für den Rhodesian Ridgeback

Nasenarbeit verlangt dem Hund viel Energie ab und ist für unsere Ridgebacks sehr gut geeignet. Da man mit sehr kleinen Trainingseinheiten beginnt, kann man die Hunde bereits im Welpenalter heranführen.
Ich halte gerade Mantrailing daher für eine sehr gute Möglichkeit, gerade Welpen und Junghunde ausreichend zu beschäftigen, da diese körperlich noch nicht belastbar sind.
Durch die enge Zusammenarbeit wird die Bindung und das gegenseitige Vertrauen gestärkt.